Mondaine. Nachhaltige Schweizer Uhrmacher.

«Nachhaltigkeit für die Mondaine Group geht über Ökologie hinaus. Es ist unser Anliegen, Prozesse und unsere Firmenkultur nicht nur von einem ökologischen, sondern auch von einem sozialen und wirtschaftlichen Standpunkt zu hinterfragen und zu verbessern. Mondaine unternimmt seit mehr als 30 Jahren Schritte für eine nachhaltigere Zukunft.

WE CARE bedeutet, dass wir soziale und ökologische Verantwortung mit einer Unternehmenskultur übernehmen, die unsere Verbraucher, Handelspartner und Mitarbeiter zu nachhaltigem Handeln inspiriert. Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass der Beitrag jedes Einzelnen zu einer ökologisch und sozial sorgfältigen Lebensweise wichtig ist und dass es immer besser werden muss. Mit unseren Produkten und unserer Handlungsweise sind wir als KMU ein Botschafter für diese Lebenseinstellung. »

Andre Bernheim, Mitinhaber und Vorstandsmitglied der Gruppe Mondaine Watch Ltd.

In Sachen Nachhaltigkeit der Zeit voraus

Die Schweizer Uhrenmarke Mondaine ist dafür bekannt, die kultige Bahnhofsuhr an die Handgelenke der Leute gebracht zu haben.
Doch nicht nur ihr hoher Wiedererkennungswert zeichnet die Armbanduhren aus - sondern auch ihre nachhaltige Produktion. Denn für Mondaine ist Nachhaltigkeit kein Zeitgeist-Thema der jüngsten Zeit, sondern seit über 25 Jahren Teil der Firmen-Philosophie. Wie es dazu kam und welche Ziele man noch verfolgt, erklärt Mitinhaber André Bernheim im Interview:

 

André Bernheim, die Konsumenten verlangen heute immer mehr nach nachhaltigen Produkten. Wie relevant ist das Thema für Ihr Unternehmen?

Nachhaltigkeit ist ein Teil unserer Firmen- und Markenkultur.
Natürlich stellen auch wir fest, dass die Thematik viel Aufmerksamkeit erfährt. Das ist begrüssenswert - hat aber auch negative Folgen. Denn leider sind Begriffe wie «Ökologie» und «Nachhaltigkeit» zu Schlagwörtern geworden, mit denen sich viele Unternehmen schmücken. Darunter befinden sich auch solche, die wenig bis gar kein echtes Engagement betreiben. Auch in der Uhrenindustrie wird meines Erachtens nicht genügend getan.

 

Inwiefern ist MONDAINE anders?

Wir haben seit dem Beginn der 90er-Jahre einen Ökologie-Verantwortlichen, anfangs war dies mein Bruder Ronnie, nun ich. Das 'Thema ist also in der Unternehmensführung angesiedelt. 1992 haben wir zum Beispiel aus einem Schrotthaufen in Zürich Altmetall gesammelt. Dieses liessen wir in der Schweiz einschmelzen und fertigten daraus Metallgehäuse für unsere Uhren an. Im Rahmen dieser Aktion, für die wir den Alp Action Award erhielten, haben wir über zehn Tonnen Altmetall rezyldiert. Zugegeben: Das ist nicht weltverändernd, aber wir wollten schon damals aufzeigen, dass auch ein KMU wie wir seinen Teil zu mehr Nachhaltigkeit beitragen kann. Und wenn wir dies können, müssten es auch die Grossfinnen schaffen. Mit unserem achhaltigkeitsdenken waren wir unserer Zeit deutlich voraus, Händler und Konsumentinnen hatten noch kein Gehör dafür.

 

Mondaine hat 2017 die essence-Kollektion veröffentlicht, bei welcher nachhaltige Materialien?

Mit der Mondaine SBB essence-Linie haben wir Neuland betreten und sind in Sachen Ökologie bewusst einen Schritt weitergegangen. Die Gehäuse unserer essence-Uhren bestehen zu 70 Prozent aus natürlichen Materialien, nämlich aus Rizinusöl unter Zugabe von Glaspulver. Das Armband besteht auch aus 50 Prozent Rizinusöl. Wahlweise bieten wir auch Bänder aus rezyklierten PET-Flaschen mit Kork auf der Unterseite an, und die Verpackung
besteht aus fast 100 Prozent aus rezyklierten PET-Flaschen. Das Coole daran: Dieses Uhren-Etui kann später als Hülle für ein Smartphone oder eine Sonnenbrille genutzt werden. Schon vor fünf Jahren haben wir Uhrbänder aus rezykliertem PET gefertigt und den natürlichen Rohstoff Kork verwenden wir auch in anderen Mondaine Kollektionen. bin zudem der Meinung, dass ein Unternehmen «Nachhaltigkeit» nicht nur in seinem Produktund
Dienstleistungsportfolio verankern sollte.

 

Wo denn sonst noch?

Als nicht börsenkotiertes KMU mit eigener Entwicklungsabteilung, guter Verbindung zu Kompontenherstellern und eigener Uhrenproduktion in Biberist SO nutzen wir die Möglichkeit, das Thema Nachhaltigkeit ganz gezielt als integralen Bestandteil der Firmenziele zu verfolgen. Dies zeigen wir zum Beispiel auch mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach unserer Fabrik, die wir im September in Betrieb genommenen haben. 600 m2 Solarfläche produzieren sauberen Strom, was uns zu etwa 70 Prozent unabhängig von Fremdstrom macht. Alle Swiss Made Uhren sämtlicher Marken aus dem Hause Mondaine werden mit diesem Solarstrom-Anteil pröduziert. Selbstverständlich sind wir aber auch in vielen anderen Bereichen aktiv, um noch nachhaltiger zu werden.

 

Und was unternehmen Sie genau?

Wir sind der Ansicht, dass man auch Grösseres erreichen kann, indem man an vielen Rädchen dreht und verbessert. So haben wir nebst firmeninternen Massnahmen konkrete Nachhaltigkeits -Ziele für die Zukunft formuliert. Ein wesentliches lautet, unser Verpackungsmaterial und die Uhrenverpackung stetig nachhaltiger zu gestalten - etwa dank weniger sowie umweltverträglicherem Material mit geringerem Volumen. Parallel dazu forschen wir weiter nach neuen nachhaltigen Materialien, die wir für die Herstellung unserer Uhren nutzen können. Zudem gehen wir dem ganzen Materialfluss nach und suchen nach Verbesserungen. Wir werden uns laufend verbessern und unseren ökologischen Fussabdruck verkleinern. Aus diesem Grund haben wir auch das erste Uhren-Recycling der Schweiz lanciert.

 

Ein Uhren-Recycling?

Genau. Denn paradoxerweise kann man im Uhrenland Schweiz fast alles zum Rezyklieren zurückgeben - ausser Uhren. Wer also seine oder ihre Uhr(en) entsorgen möchte, kann uns diese zusenden. Wir nehmen sogar Uhren anderer Hersteller zurück, jedoch in diesem Fall keine Kunststoff-Uhren, weil diese häufig nicht demontierbar sind. Wir zerlegen die Uhren und fiihren die Komponenten einer möglichst ökologischen Wiederverwertung zu. Verändern wir damit die Welt? Nein. Aber wie gesagt geht es darum, an vielen kleinen Rädchen zu drehen. Wir möchten einmal mehr zeigen, dass so etwas möglich ist - und wenn wir es können, müssten es doch Grossfirmen erst recht tun. Aus der Summe all dieser Massnahmen entsteht dann ein realer Impact.

TA Schweiz, Jan 2020

MONDAINE is the Swiss watch brand that is famous for transforming the iconic Swiss station clock into a design that people can wear on their wrists, hang on their wall or place on their desk. But alongside their high recognition factor, these wrist watches have another key attribute: sustainable production. Far from being a recent attempt to keep up with a contemporary trend, sustainability has been part of Mondaine Watch Ltd corporate philosophy for over 25 years. How did this come about? And what goals is the company still pursuing? Co-owner André Bernheim answers these questions in an interview published by Tages Anzeiger in their sustainability special edition in December 2019.

 

André Bernheim: there is growing demand from consumers for sustainable products nowadays. How relevant is this issue for your company?

Sustainability is part of our corporate culture and our brand identity. And of course, we've also noticed that this topic finally attracts a lot more attention. That's a welcome development – but it has some negative consequences as well. It's unfortunate that concepts like "ecology" and "sustainability" have become buzzwords that many companies adopt to embellish their image. But some of those firms show little – if any – genuine commitment to the cause. And in the watchmaking industry too, it's my personal view that not enough is being done.

 

To what extent is MONDAINE different?

We've had an ecology officer since the early 1990s: my brother Ronnie held this post at first, and then I took over. So this issue is established as a matter for our corporate management. To take one example: in 1992, we collected waste metal from a scrap heap in Zurich. We had this material melted down in Switzerland, and then we used it to manufacture metal cases for our watches. We recycled over ten tonnes of used metal during this project, for which we were honoured with the Alp Action Award. Admittedly, that didn't bring about global change – but even back then, we wanted to show that an SME such as ours can play its part in sustainability. And if we can do it, the large companies ought to be able to manage it too. We were considerably ahead of the times with our sustainability concept; retailers and consumers were still turning a deaf ear to it in those days.

 

In 2017, MONDAINE launched the essence collection – with the focus on sustainable materials. What was involved?

We broke new ground with the MONDAINE SBB Swiss railway clock design with our essence line and in terms of ecology, we deliberately went one step further. 70 percent of the cases for our essence watches consist of natural materials – ricinus (wondertree plant) with the addition of glass powder, to be precise. 50 percent of the strap is made from the wondertree oil too. According to choice, we also offer straps made of recycled PET bottles with a cork lining, and almost 100 percent of the packaging consists of recycled PET bottles. And a really cool touch is that this watch pouch serves later on as a second use as a pouch for a smartphone or sunglasses. We were already producing watchstraps from recycled PET five years ago, and we are using cork – also natural raw material – in other MONDAINE collections as well. We constantly are researching other natural and more ecological materials. This is what we call: Better is Better, step by step becoming a more sustainable brand. I'm therefor also of the opinion that a company should go beyond merely integrating the sustainability concept into its products.

 

So where else can sustainability be implemented?

As a non-listed SME with our own development department, good connections with component manufacturers and our own watch production facility in Biberist (Solothurn, Switzerland), we very deliberately make use of opportunities to pursue sustainability as an integral element of our corporate goals. One example that demonstrates this: the photovoltaic system on the roof of our Swiss factory, which we put into operation in September 2019. Its 600 m2 of solar panels produce clean power, making us about 70 percent independent of electricity from outside sources. All Swiss Made Mondaine Watch brand watches from are produced with this solar power quota. But as you'd expect, we're also active in many other areas with the aim of becoming even more sustainable. We are calling our company mission: WE CARE.

 

What exactly are you doing?

We believe that great achievements can also become possible by making large numbers of small-scale adjustments and improvements. As well as taking various steps in house, we've defined specific sustainability goals for the future. One of the core goals is to steadily make our packing materials and watch packaging more sustainable – for instance, by using less material and choosing more environment-friendly materials with less volume. At the same time, we're continuing our search for more sustainable materials that we can use to manufacture our watches. We are also examining our entire supply chain flow, and looking for ways to improve it. We will achieve continuous improvement, and we'll reduce our ecological footprint. For this reason, we have also launched the first watch recycling scheme in Switzerland.

 

Watch recycling

That's right. Because it's a paradox that in Switzerland, the country of watches, you can return almost everything for recycling – except watches. So, consumers who want to dispose of one or more watches is welcome to send them to our Swiss factory. Mondaine will even take back watches from other manufacturers – but not plastic watches in that case, because it's often not possible to dismantle them. We take the watches apart and pass the components on so they can be recycled as ecologically as possible. Will we change the world by doing this? No. But it is a step towards cradle to cradle, and each step counts to support our environment. If it works well in Switzerland, we will expand this initiative with all our distributors worldwide. Once again, we want to show that something like this is possible – and if we can do it, large companies should certainly be able to manage it. Taken together, all these steps will then generate a real impact.

TA Switzerland, Jan 2020

Photovoltaik-Solaranlage


Umstellung der Produktion auf Solarenergie:

Im September 2019 wurde auf dem Dach der Schweizer Mondaine-Fabrik eine eigene Photovoltaik- Solaranlage in Betrieb genommen. Mit ihr kann rund 80% des gesamten, eigenen Strombedarfs abgedeckt werden. In den Sommermonaten wird die Anlage sogar genug Strom erzeugen, um das Elektrizitätswerk mit überschüssigem Strom zu versorgen. Die neue Solaranlage ist ein wichtiger Meilenstein für Mondaine und ermöglicht es dem Unternehmen, seine Produktion weitgehend auf Solarenergie umzustellen.

UHREN RECYCLING


Ab dem 1. Oktober 2019 können Verbraucher gebrauchte Uhren an unsere SAV zurückgeben. Dort werden die Uhren zerlegt und die verschiedenen Materialien den entsprechenden Recyclingunternehmen zur Verfügung gestellt.

Dieser Service wird für alle Marken der Mondaine Group sowie für Metalluhren von Drittanbietern durchgeführt.

Diese Initiative ist zur Zeit noch auf die Schweiz beschränkt.

WE CARE – unsere Aufgabe


Mondaine überprüft derzeit den ökologischen Fußabdruck seiner internen und externen Prozesse. Das Recycling, die Reduzierung des Einsatzes aller Arten von Ressourcen als auch der Energieverbrauch, stehen dabei im Vordergrund. Auch die Verpackungsmaterialien und die gesamte Lieferkette werden auf ihre Nachhaltigkeit geprüft. "WE CARE" ist die Mission.